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Neue Fragen braucht das Land ...

Mitgefühl

24/7/2024

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Ich möchte Mitgefühl ausdrücken für die Menschen in Israel. Für die vielen, die sich für Verständigung einsetzen und einsetzten, für Frieden und Deeskalation. Und die mitansehen müssen, wie eine ultrarechte Regierung unter einem phantasielosen, ichbezogenen Gewaltpolitiker unsagbares Leid verursacht, den vielfachen Tod von Menschen, einschließlich Frauen und Kindern in Kauf nimmt. Die offenbar auch in Kauf nimmt, dass dieser Krieg zu einem Flächenbrand eskaliert, der unkontrollierbar sein wird. Eine Regierung, die Voraussetzungen dafür schafft, dass der Hass auf das Land Israel in den nächsten Jahrzehnten bestehen bleibt und der Antisemitismus weltweit zunimmt.

Ich möchte Mitgefühl ausdrücken für die Menschen in Palästina, die mitansehen und -hören müssen, wie sie und ihre Mitmenschen von der HAMAS benutzt wurden, die mitansehen und miterleiden müssen, dass ihnen die Lebensgrundlagen geraubt werden, weil die Welt nicht unterscheiden kann zwischen Maßnahmen gegen Verbrecher und gegen Menschen, die wie fast alle, mehrheitlich nur Frieden wollen.   . . .

. . .   Der Begriff Völkermord trifft nicht zu, weil dazu die Intention gehört. Das habe ich gelernt von unseren Politikern, die sich große Mühe geben, die israelische Regierung vor dieser Anschuldigung zu schützen. Aber ist es nicht denkbar, dass die Gewalt dieses Krieges wesentlich von einer anderen Intention bestimmt wird, die ebenfalls von sehr niederen Interessen getragen wird: Benjamin Netanjahu möchte seine Macht nicht verlieren. Oder, klarer ausgedrückt: Er will nicht vor Gericht gestellt werden. Wie könnte man den bewusst aus egoistischen persönlichen, politikstrategischen Gründen herbeigeführten oder in Kauf genommenen Tod von zehntausenden Menschen, darunter vielen Frauen und Kindern, nennen?
Ich beantworte die Frage nicht, weil ich weiß, dass bestimmte Wörter in diesem Kontext nicht unter die Meinungsfreiheit fallen. Merkwürdig.

Wie auch immer, wer über „Verhältnismäßigkeit“ spricht, lügt, will nicht hinsehen. Gibt es eine Zahl von Kindern, deren Tod noch verhältnismäßig wäre? Eine mehr als zynische Frage, sie soll nur dieses Wort „Verhältnismäßigkeit“ als das deutlich machen, was es ist.
Und - wer von Selbstverteidigung spricht, hat auch lediglich ein Wort gefunden, um die totale Vernichtung eines Landes und der Lebensgrundlagen seiner Menschen leugnen oder verdrängen zu können.


Vielleicht muss ich auch lernen, Mitgefühl mit uns selbst zu entwickeln. Mitgefühl dafür, in einem hochentwickelten Land zu leben, wo fast alle Mitglieder der Regierung phrasenhaft und wenig authentisch wiederholen, dass „wir“ an der Seite Israels stehen. Auch eine Außenministerin kann oder darf offensichtlich nicht unterscheiden zwischen den mit Sicherheit überwiegend auch friedliebenden Menschen in Israel und dieser offenbar korrupten, phantasielosen und gewaltorientierten israelischen Regierung. An der Seite Israels stehen hieße doch wohl, die Bevölkerung Israels vor dem Schaden zu schützen, die diese Regierung nicht nur in unvorstellbarem Maß den Menschen im Gaza-Streifen zufügt, sondern auch dem weltweiten Ruf Israels und der jüdischen Identität. Sie sollte Menschenrechtsverletzungen deutlich benennen, auf beiden Seiten, klar und deutlich, anstatt sich "rückhaltlos" auf eine Seite zu schlagen.
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    Autor

    Heribert Wefers
                                   
    In meinem Blog möchte ich meinen Gedanken Ausdruck geben und Menschen ansprechen, die Gespräch und Austausch suchen. Gerne lasse ich auch andere zu Wort kommen.


    was mich interessiert, als Naturwissenschaftler:
    - Natur, das Verstehen
      des Lebendigen

    - Klima und Klimawandel
    - Ressourcen und   
      Ressourcenschutz
      Suffizienz


    aber mehr noch:
    - wie geschieht Entwicklung
      und Wandel?
    - was heißt Neues Denken?
    - was brauchen wir wirklich?
    - die Qualität von Orten und
      Räumen
    - was fördert, was hemmt
      Entwicklung?

    Ich habe lange Jahre als Umweltchemiker gearbeitet, heute haben sich zusätzliche Schwerpunkte ergeben. Das Schreiben steht zunehmend im Vordergrund.




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